Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Niedrigwasserschleuse im Rothenseer Verbindungskanal

Ausgabejahr 2017
Datum 28.04.2017

Gewährleistungsinspektion und Bauwerksprüfung erfolgreich abgeschlossen

Nachdem am 29. März 2017 die Niedrigwasserschleuse im Rothenseer Verbindungskanal (RVK) für den Verkehr gesperrt wurde, konnte das Bauwerk bereits am 25. April 2017 und damit drei Tage früher als geplant wieder freigegeben werden. Die Gesamtmaßnahme wird planmäßig heute abgeschlossen.

Die Sperrung und Trockenlegung der Schleuse und des Pumpwerks wurde erforderlich, da einerseits die Gewährleistungsinspektion vor Ablauf der Gewährleistungsfrist durchzuführen war und anderseits die planmäßige Bauwerksprüfung anstand.

Verantwortlich für die Gewährleistungsinspektion war das WNA Magdeburg als Auftraggeber für den Bauvertrag zum Bau der Niedrigwasserschleuse. Mit der Verkehrsfreigabe am 12. Dez. 2013 ist Anlagenverantwortung für den Betrieb und die Unterhaltung des Bauwerks zum WSA Magdeburg übergegangen. Daher erfolgte die Bauwerksprüfung durch das WSA Magdeburg. Die gesamte Maßnahme wurde gemeinsam durch das WNA Magdeburg und das WSA Magdeburg geplant und erfolgreich realisiert.

Wie alle planmäßigen Sperrungen von Bauwerken am Wasserstraßenkreuz Magdeburg erfolgte auch diese im Frühjahr, denn bei den dann prognostisch besseren Wasserstandsverhältnissen der Elbe ist eine Umfahrung möglich. So konnte die gesperrte Niedrigwasserschleuse während der gesamten Sperrzeit ohne Einschränkungen der Abladetiefe über die Kanalbrücke über die Elbe, die Doppelsparschleuse Hohenwarthe, die Schleuse Niegripp und auf der Elbe umfahren werden.

Zu Beginn der Maßnahme stand das Setzen der Revisionsverschlüsse am Ober- und Unterhaupt, so dass das gesamte Bauwerk trocken gepumpt werden konnte. Dabei wurden die Fische durch einen Anglerverein abgefischt und umgesetzt. Als nächster Schritt erfolgte das Reinigen der Kammer und der Häupter, womit die Voraussetzungen für die Folgeleistungen erfüllt waren.

Die vollständige und handnahe Bauwerksprüfung von Schleuse und Pumpwerk hatte keine wesentlichen, bisher unbekannten Schäden am Bauwerk zum Ergebnis. Kleinere Reparaturen an Verschleißteilen wie Fenderungen wurden gleich vorgenommen. Insgesamt ist das Bauwerk in einem guten bautechnischen Zustand.

Im Rahmen der Gewährleistung war eine Mangelabstellung an den Laufrollen der Schleusentore erforderlich. Wegen eines vor der Abnahme festgestellten Wassereintritts in ein Laufrollenlager durch einen defekten Wellendichtring bestand die Notwendigkeit, an allen vier unteren Laufrollen diese Wellendichtringe gegen im Unterwasserbetrieb uneingeschränkt geeignete Wellendichtringe mit Zugfeder aus nichtrostendem Stahl und Elastomerummantelung auszutauschen. Durch das Aufbringen von 2 mm starken Reparaturbuchsen auf die Achse wurde gleichzeitig die Schwachstelle Wellendichtring / Achse verbessert. Für den Austausch war jeweils 1 Woche Arbeitszeit pro Laufrolle eingeplant und erforderlich. Das jeweilige Schleusentor musste für die Arbeiten in der oberen Position verriegelt sein.

Die letzten Arbeiten an der Laufrolle am Obertor auf der Ostseite werden am 28.04.2017 beendet. Der aktuelle Wasserstand der Elbe ermöglicht den Durchfahrtsbetrieb ohne Schleusung, so dass es seit dem 25. April bis zum Abschluss der Arbeiten zu keinen Einschränkungen mehr für die Nutzung des RVK kommt.

Durch die unverzügliche Abstellung von kleineren Schäden verbleiben als Ergebnis der Gewährleistungsinspektion lediglich Korrosionsschutzarbeiten am Leitwerk, die durch den Auftragnehmer im Nachgang abgestellt werden.

Am 24. und 25. April wurden die Revisionsverschlüsse rückgebaut, am 25. April um 14:15 h erfolgte die vorfristige Wiederfreigabe für die Schleusennutzung und am 28. April am wird die gemeinsame Maßnahme abgeschlossen.

Hintergrundinformation

Die Niedrigwasserschleuse sorgt für einen ganzjährigen Mindestwasserstand von 4,0 m im RVK. Ab einem Stand von 260 cm am Pegel Rothensee (entspricht 39,83 mNN) steht die Schleuse mit einer Kammerbreite von 25 m zur freien Durchfahrt offen. Bei niedrigeren Wasserständen wird geschleust. Das Befüllen und Leeren der Schleusenkammer erfolgt über die als Hubtore ausgeführten Ober- und Untertore.

Zum Ausgleich des Schleusenverlustwassers und zur Wasserbewirtschaftung des RVK verfügt das Bauwerk über ein Pumpwerk, welches sich östlich des Unterhaupts befindet.

Hauptabmessungen

Nutzbare Kammerlänge:190 m
Nutzbare Kammerbreite:25 m
Max. Fallhöhe:1,86 m

Die Schleuse wurde von 2006 bis zur Verkehrsfreigabe am 12. Dez. 2013 erbaut. Die 4 jährige Gewährleistung endet damit im Dez. 2017.

Infolge des Schleusenbaus und der ganzjährigen Schiffbarkeit des RVK mit einer möglichen Abladetiefe von 2,8 m ist die Verkehrsleistung im RVK deutlich gestiegen. Während in 2012 und 2013 vor der Verkehrsfreigabe rund 2,0 Mio. Gütertonnen transportiert wurden, ist die Transportleistung in 2014 auf 3,0 und in 2015 auf 3,5 Mio. Gütertonnen gestiegen.