Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Sperrung der Schleuse Rothensee für Instandsetzungsarbeiten

Ausgabejahr 2020
Datum 06.03.2020

Die Schleuse Rothensee wird planmäßig vom 09.03.2020 bis 10.05.2020 durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg gesperrt. Grund dafür ist der dringend erforderliche Wechsel der Lager am Untertor.

Bei der vor einem Jahr durchgeführten Bauwerksprüfung wurde ein Schaden am westlichen Spurlager des Stemmtores am Unterhaupt festgestellt. Der zwischen den Sperrungen liegende Zeitraum wurde genutzt, um die erforderlichen Ersatzteile anfertigen zu lassen und eine Demontage- und Montagetechnologie auszuarbeiten. Ab dem 09.03.2020 wird die Schleuse nun trockengelegt und es werden vorsorglich gleich beide Spurlager auf der West- und Ostseite gewechselt. Dafür ist es erforderlich die Stemmtorflügel in der Lage zu si-chern und anschließend mit hydraulischen Pressen anzuheben. Ein Stemmtorflügel wiegt 110 t. Der Sperrzeitraum wird zugleich für Korrosionsschutzmaßnahmen genutzt, um die Schleuse langfristig in einem betriebssicheren Zustand zu erhalten und unplanmäßige Ausfälle zu vermeiden.

Für die Sperre wurde bewusst die Jahreszeit gewählt, in der die Elbe erfahrungsgemäß genügend Wasser führt und somit der Schifffahrt eine Ausweichmöglichkeit über die Schleusen Hohenwarthe und Niegripp sowie die Elbe zum Hafen Magdeburg angeboten werden kann. In Abhängigkeit des Elbwasserstandes kann die Schifffahrt bei zu viel Tiefgang im Unteren Vorhafen der Schleuse Hohenwarthe leichtern. Der Bund investiert mit dieser Maßnahme rund eine Millionen Euro in den Erhalt der Wasserstraßeninfrastruktur.

Hintergrundinformationen
Die Schleuse Rothensee befindet sich bei km 0,651 im Rothenseer Verbindungskanal (Verbindungskanal zur Elbe). Die Sparschleuse Rothensee wurde im Auftrag des Wasserstraßenneubauamtes Magdeburg als Bestandteil des Wasserstraßenkreuz Magdeburg erbaut und 2001 eröffnet. Die Schleuse ist als Sparschleuse mit drei Sparbecken ausgeführt, die Wasserersparnis beträgt bei einer Schleusung ca. 60%. Die Schleusenkammer verfügt über eine Nutzlänge von 190m bei einer Kammerbreite von 12,50m. Die Fallhöhe beträgt in Abhängigkeit der Wasserstände im Rothenseer Verbindungskanal zwischen 10,45m und 18,46m. Das Obertor ist als ein Zugsegmentdrehtor mit einem Bauteilgewicht
von ca. 40 t und einer Bauwerkshöhe von ca. 5,0 m ausgeführt. Ein seitlich angeordneter Hydraulikzylinder überträgt das Antriebsdrehmoment über ein Torsionsrohr auf den Torkörper. Das Untertor in Rothensee ist als Stemmtor mit einer Bauhöhe von ca. 22 m und einem Gesamtgewicht von rund 110 t je Torflügel ausgeführt. Es wird über Hydraulikzylindern angetrieben. Die Füllung und Leerung der Schleusenkammer erfolgt über ein Grundlaufsystem, welches durch Öffnen und Verschließen der Längskanäle und Sparbecken mittels Verschlüsse in Rollschützbauweise erfolgt.