Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Vorzeitige Öffnung der Schleuse Rothensee nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten

Ausgabejahr 2020
Datum 06.05.2020

Die Schleuse Rothensee wird voraussichtlich am späten Nachmittag des 06.05.2020 wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Der ursprünglich vorgesehene Sperrzeitraum wird damit um 4 Tage verkürzt.

Bei der vor einem Jahr durchgeführten Bauwerksprüfung wurde ein Schaden am westlichen Spurlager des Stemmtores am Unterhaupt festgestellt. Da zu diesem Zeitpunkt kein Ersatzteil vorhanden war, konnte der Schaden nicht unmittelbar beseitigt werden. Nach erfolgter Ersatzteilbeschaffung und Ausarbeitung einer Demontage- und Montagetechnologie wurden nunmehr beide Spurlager in Eigenregie des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Magdeburg gewechselt. Dafür war es erforderlich die Stemmtorflügel in der Lage zu sichern und anschließend mit hydraulischen Pressen anzuheben. Die Spurlager stellen den Drehpunkt eines Stemmtores dar und müssen die Hauptlast der jeweils 110 t schweren Stemmtorflügel aufnehmen. Der Sperrzeitraum wurde zugleich für aufwendige Korrosionsschutzmaßnahmen genutzt, um die Schleuse langfristig in einem betriebssicheren Zustand zu erhalten und unplanmäßige Ausfälle zu vermeiden.

Die für den Zeitraum vom 09.03.2020 bis 10.05.2020 geplante Sperre konnte trotz der mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen, durch ein gutes Zusammenwirken zwischen den Beschäftigten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Magdeburg und den vertraglich gebundenen Auftragnehmern, reduziert werden. Der Bund hat mit dieser Maßnahme rund eine Millionen Euro in den Erhalt der Wasserstraßeninfrastruktur investiert.

Hintergrundinformationen
Die Schleuse Rothensee befindet sich bei km 0,651 im Rothenseer Verbindungskanal (Verbindungskanal zur Elbe). Die Sparschleuse Rothensee wurde im Auftrag des Wasserstraßenneubauamtes Magdeburg als Bestandteil des Wasserstraßenkreuz Magdeburg erbaut und 2001 eröffnet. Die Schleuse ist als Sparschleuse mit drei Sparbecken ausgeführt, die Wasserersparnis beträgt bei einer Schleusung ca. 60%. Die Schleusenkammer verfügt über eine Nutzlänge von 190m bei einer Kammerbreite von 12,50m. Die Fallhöhe beträgt in Abhängigkeit der Wasserstände im Rothenseer Verbindungskanal zwischen 10,45m und 18,46m. Das Obertor ist als ein Zugsegmentdrehtor mit einem Bauteilgewicht
von ca. 40 t und einer Bauwerkshöhe von ca. 5,0 m ausgeführt. Ein seitlich angeordneter Hydraulikzylinder überträgt das Antriebsdrehmoment über ein Torsionsrohr auf den Torkörper. Das Untertor in Rothensee ist als Stemmtor mit einer Bauhöhe von ca. 22 m und einem Gesamtgewicht von rund 110 t je Torflügel ausgeführt. Es wird über Hydraulikzylindern angetrieben. Die Füllung und Leerung der Schleusenkammer erfolgt über ein Grundlaufsystem, welches durch Öffnen und Verschließen der Längskanäle und Sparbecken mittels Verschlüsse in Rollschützbauweise erfolgt.