Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Geschichte

  • 1655
    nach dem katastrophalen Frühjahrshochwasser 1655 beginnt das Magdeburger Fähramt (damals die städtische Wasserbaubehörde) mit der Abdämmung der beiden östlichen Elbarme, fertig gestellt 1686, damit Bündelung des Wassers in der Stromelbe
  • 1739
    erhält das Fähramt den Auftrag zum Bau einer Schleuse im alten Mühlgrabendurchstich zwischen Strom- und Zollelbe, heute Schleusenstraße auf der Rotehorninsel
  • 1747
    Inbetriebnahme dieser Schleuse, damit kann die enge Strombrücke sowie die Stromschnelle an der Zitadelle umfahren werden, außer Betrieb seit 1889
  • 1815
    Wiener Kongress, in den Artikeln 108-116 der Kongressakte wurde festgelegt: „freie Schiffahrt auf den deutschen Strömen“ (Aufhebung der Zölle) und „Jeder Uferstaat übernimmt innerhalb seines Gebietes die Unterhaltung, die Schiffahrt nirgends auf Hindernisse stoße ...
    ... und die Arbeiten im Strombette ...“
  • 1819/20
    Bau des Cracauer Wehres, in der Folgezeit mehrfach umgebaut
  • 1821
    Elbschifffahrtsakte der zehn Elbuferstaaten: Befahrung der Elbe zur Bestandsaufnahme und Durchführung von Messprogrammen
  • um 1840
    Elbschiffe haben bis 150 t Tragfähigkeit
  • 1842
    2. Revisionskommission, erstmalig mit einem Beirat von Wasserbausachverständigen, bis zu diesem Zeitpunkt wurden 1.938 Buhnen in der Elbe errichtet, sie verhindern Überbreiten und somit Flachstellen
  • 1844
    Vereinbarung der Elbschifffahrtsadditionalakte:
    nach Gutachten v. g. Kommission soll eine Mindestfahrwassertiefe von 3 Fuß (0,94 m ) erreicht werden, bei einem Wasserstand, der um 6 Zoll (15 cm ) höher ist als der 1842 beobachtete niedrigste Wasserstand
  • 1850, 1858, 1869
    erfolgen weitere Elbe-Bereisungen durch die Strombaukommission,
  • 1859
    existieren 3.968 Buhnen und 1869 bereits 5.241 Buhnen sowie insgesamt ~ 140 km Deck- und Parallelwerke
  • 1866
    Gründung der Elbstrombauverwaltung im preußischen Oberpräsidium in Magdeburg, zugeordnet sind 6 örtliche Bauinspektionen an der Elbe und eine an der Saale,
    1. Elbstrombaudirektor Theodor Kozlowski (Obelisk am Kleinen Stadtmarsch nähe Strombrücke)
  • 1874
    Elbegutachten aufgrund Bereisung der Spezialkommission von Hamburg nach Riesa

    • Erstellen eines Kartenwerkes in Preußen (in Sächsischer Wasserbaudirektion bereits ab 1828 erstellt)
    • Mess- und Beobachtungssysteme (Pegel, Durchflussmessstellen, Wasserspiegelnivellements zur Ermittlung des Gefälles)
  • 1885
    5.907 Buhnen befinden sich im Bestand
  • um 1890
    Schleppkähne haben bereits 900 t Tragfähigkeit
  • 1893
    nachdem bis dahin die Mittelwasserregulierung überwiegend abge-schlossen war, erfolgte die Aufstellung eines Entwurfs für die Niedrigwasserregulierung (nicht realisiert)
  • 1901
    wurde die letzte Schiffmühle bei Rogätz aufgekauft, da sie ein zu großes Hindernis für die Schifffahrt war
  • 1931
    „Allgemeiner Entwurf für die Niedrigwasserregulierung der Elbe von der sächsisch-preußischen Landesgrenze bis zur Seeve-Mündung“ (nur in wenigen Teilbereichen realisiert)

    Zuständigkeit der Elbstrombauverwaltung:

    • 484 km Elbe von unterhalb Riesa bis zur Stadtgrenze Hamburg, mit kleinen Nebenflüssen (z.B. der Ilmenau bis Lüneburg)
    • 175 km Saale von Naumburg bis Barby
    • 71 km Unstrut von Artern bis Naumburg

zur Niedrigwasseraufhöhung der Elbe werden die Saale-Talsperren „Bleiloch“ und „Hohenwarte“ sowie ein Speicherbecken bei Pirna (Elbe) geplant

  • ab 1931
    wurden folgende Bauwerke fertig gestellt:

    • Mittellandkanal (MLK ) bis Magdeburg,
    • Schleuse Niegripp (1938),
    • Schiffshebewerk Rothensee (1938),
    • 5 neue Schleusen der Saale für 1000 t-Schiffe (1942),
    • Talsperren „Bleiloch“ (1932) und „Hohenwarte“ (1942) für Elbe- Zuschusswasser

wurde mit dem Bau begonnen:

  • Kanalbrücke über die Elbe und Doppelhebewerk Hohenwarthe,
  • Doppelschleuse Magdeburg Neustadt,
    Südflügel des MLK, hierzu gehören die Umgehungskanäle in Halle und Merseburg und der Elster-Saale-Kanal nach Leipzig
  • 1939
    wurde aus der Elbstrombauverwaltung die Wasserstraßendirektion Magdeburg, diese Mittelbehörde beaufsichtigt seinerzeit 18 Wasser- und Kanalbauämter sowie ein Maschinenbauamt
  • 1942/43
    werden die Arbeiten an allen Baustellen der Schifffahrt eingestellt, dadurch blieben viele Bauwerke unvollendet
  • 1945
    mit Kriegsende ist Schifffahrt fast nicht mehr möglich, die meisten Brücken zerstört, viele Fahrzeuge gesunken oder mussten als Reparationsleistungen abgegeben werden
  • ab 1945
    nach der Teilung Deutschlands war die Wasserstraßendirektion (WSD ) in Magdeburg (seit 1964 Wasserstraßeninspektion Magdeburg) für die Elbe von der Grenze zur ĆSSR bis Boizenburg zuständig, zur WSD gehörten die Wasserstraßenämter (WSÄ) in Dresden, Wittenberg/L., Magdeburg und Wittenberge sowie Halle für die Saale, die ehemaligen WSÄ in Torgau und Tangermünde sowie die Neubauämter Leipzig, Merseburg und Bernburg wurden bis 1954 aufgelöst
  • 1980
    Bildung des Kombinates Binnenschifffahrt und Wasserstraßen,

    • die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wird in 2 Wasserstraßen-Unterhaltungsbetriebe (WBU) in Magdeburg und Eberswalde sowie das Wasserstraßenaufsichtsamt der DDR (WSAA) aufgegliedert,
      der WBU Magdeburg hat Betriebsteile in Dresden, Wittenberge, Grabow (Müritz-Elde-Wasserstraße) und Halle (Saale) und das WSAA hat Dienststellen an allen WBU-Standorten,
    • weitere Betriebe innerhalb des Kombinates: Binnenreederei, Binnenhäfen, Schiffsreparaturwerften und der Wasserstraßenbau
  • 1990
    Deutsche Einheit

    • Bildung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg, als eines der sechs Ämter der neuen Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost (Berlin, seit 2003 in Magdeburg), die 1980 durchgeführte Trennung in WBU und WSAA wurde wieder rückgängig gemacht und zusätzlich der Wasserstraßenbau integriert
    • die zu DDR-Zeiten ungenügende Instandsetzung der Regelungsbauwerke an der Elbe wird im Interesse der Schifffahrt als auch des vorbeugenden Schutzes der Deichanlagen wieder verstärkt, besonders groß ist der Nachholbedarf in den ehemaligen Manövergebieten, auch die großen Schleusen an der Saale werden hinsichtlich der Ausrüstung (Torantriebe usw.) umfassend saniert
  • ab 2001
    Fertigstellung des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg:

    • Sparschleuse Rothensee (2001)
    • Kanalbrücke über die Elbe (2003)
    • Doppelsparschleuse Hohenwarthe (2003)
    • Niedrigwasserschleuse Magdeburg (2013